Das GPS für die Berufsanfänger

Zweites „Berufsnavigtor“- Verfahren von Volksbank Mosbach und Agentur für Arbeit mobilisierte 420 Schülerinnen und Schüler

Die Klassenlehrer der 8. Klassen Herr Segieth und Frau Lengenfelder, sowie Herr Köpfle (Kontaktlehrer für den Bereich Berufswegeplanung) planten vorab gemeinsam mit der Volksbank das Event am 01.04.

Mosbach. Raus aus der Schule, rein in die Lehre oder an die Uni. Bloß welche? Diese Frage stellt sich Schülern der Hauptschulen in der achten, denen der Realschulen (und evtl. denen, die das Gymnasium nicht zu Ende machen wollen) in der neunten Klasse, denn mit diesen Zeugnissen bewerben sie sich um einen Ausbildungsplatz. Gymnasiasten sollten sich ab der elften Klasse Gedanken machen, wie es nach dem Abi weiter gehen könnte. Wohl der, die weiß, wo’s lang gehen könnte, wohl dem, der eine Richtung hat.

Hier will die Volksbank Mosbach – gemäß dem eigenen Motto und in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Tauberbischofsheim – den Weg frei machen oder zumindest helfen, die Richtung auszuloten und hat zum bereits zweiten Mal den „Berufsnavigator“ eingeschaltet, ein innovatives Verfahren zur ersten beruflichen Orientierung, das in Baden Württemberg seit 2008 eingesetzt wird und seither von mehr als 17 000 Schülern genutzt wurde. Waren es im vergangenen Jahr noch 160 Jugendliche, die sich darauf einließen, so schnellte die Zahl heuer auf 420 hoch. Beteiligte Schulen waren die Realschule Obrigheim mit vier, die Realschule Mosbach mit sechs, die Ludwig_Erhard Schule Mosbach mit fünf Klassen, von der Müller_Guttenbrunn_Hauptschule nahm eine Klasse teil und von der Werkrealschule Schefflenz zwei. „Insgesamt 18 Klassen“, summierte Albrecht Kaufmann froh; er verantwortet bei der Volksbank Personalwesen und Ausbildung. Er war es auch, der den Berufsnavigator nochmals vorstellte, denn „das ist vielleicht bei einigen noch nicht so hundertprozentig ’rübergekommen.“ Die Mädchen und Jungen wurden nach Abschluss des Verfahrens, das in der Summe sechs Tage (für die Einzelnen jedoch nur einen Vormittag) dauerte, zusammen mit ihren Lehrern und Eltern in die Alte Mälzerei nach Mosbach eingeladen, um die Teilnahme-Zertifikate entgegenzunehmen.

Dass das Angebot auch bei den Eltern noch erklärungsbedürftig ist, zeigt das Beispiel einer Mutter, die zunächst an eine Werbeidee dachte, als ihre Tochter, Schülerin der achten Klasse der Pestalozzi-Realschule, mit den Unterlagen heim kam. Die Einbeziehung der Eltern war den Machern wichtig. Anders als 2010 wurde daher ein Abschluss in der Alten Mälzerei für alle gemacht. „Denn mit der Unterstützung der Eltern gewinnt der Berufsnavigator noch mehr an Qualität“, begründete Volksbankdirektor Klaus Saffenreuther den Aufwand, den sich Volksbank und Arbeitsagentur finanziell teilen.

In einem anderen Punkt aber heißt es im Testverfahren (und da unterscheidet es sich nach Kaufmanns Ansicht von an deren Methoden) für Eltern: Bitte zurück nehmen. Kaufmann: „Eltern, Großeltern, sogar Lehrer beurteilen meist zu positiv. Diejenigen, die wirklich genau wissen, welche Eigenschaften die jungen Menschen auszeichnen, also, ob sie pünktlich, zuverlässig, ehrgeizig oder teamfähig sind, das sind die Mitschüler selbst.“ Dennoch gehe es bei dem von der Hamburger Berufsnavigator GmbH in Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität entwickelten Messverfahren nicht um die Schwächen, sondern um die Stärken der Teilnehmer. In mehreren Schritten – geheime Beurteilung von ca. 50 Persönlichkeitsmerkmalen durch Mitschüler mittels hoch entwickelter Entscheidungssoftware, Ausarbeitung des Stärken-Profils und passende Berufsempfehlungen durch Online-Zugriff auf die Hamburger Server, Beratungsgespräche mit ausgebildeten Berufsnavigatoren – wird ein persönliches Gesamtergebnis erstellt, das den 420 Schülerinnen und Schülern im durchaus festlichen Rahmen ausgehändigt wurde.

Nicht bei jeder und bei jedem stand da auf der Liste der Berufsempfehlungen der Traumberuf (so es denn schon eine Vorstellung gibt) ganz oben. Wie bei Lara Stetter aus Wagenschwend, jene Achtklässlerin an der Pestalozzi-Realschule. Ihr empfahl der Berufsnavigator die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten oder zur Sportfachfrau. „Dabei würde ich lieber was mit Tieren machen“, wendete die 13_Jährige ein. Mutter Heike aber ist nach anfänglicher Skepsis vom Sinn des Verfahrens überzeugt, findet auch, dass die Empfehlung zumindest eine Überlegung oder ein Praktikum wert ist. Lara bleibt ja noch etwas Zeit bis zur Mittleren Reife...