Achte Klassen besuchen Heidelberger Friedrich-Ebert-Haus

Auf die Spuren des aus Heidelberg stammenden ersten demokratischen Staatsoberhauptes der deutschen Geschichte begaben sich am 30. Juni die achten Klassen der Schefflenztalschule in Begleitung von Viktoria Schneeweiß, Rüdiger Bollack und Markus Hebestreit.

Nachdem im Unterricht der beiden Parallelklassen im Fächerverbund „Welt-Zeit-Gesellschaft“ der Erste Weltkrieg einen Themenschwerpunkt bildete, bot es sich nun an, das kostenlose Angebot der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte zu nutzen. Das Eberthaus in der Pfaffengasse, mitten in der Heidelberger Altstadt, bietet als außerschulischer Lernort Gelegenheit zum historischen Lernen an einem originalen Schauplatz: Im Zentrum der Gedenkstätte steht die Geburtswohnung Friedrich Eberts, in der er 1871 als siebtes von neun Kindern des Schneidermeisters Karl Ebert und seiner Frau Katharina geboren wird. Die Schüler wurden in Zehnergruppen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung durch die Räumlichkeiten geführt und konnten so einen Eindruck von den beengten und einfachen Lebensverhältnissen des späten 19. Jahrhunderts gewinnen.

Im Anschluss folgte ein Rundgang durch das Karee, das die Wohnung beherbergt. Wo zu Eberts Zeiten einst rund 50 Menschen wohnten und arbeiteten, befinden sich heute die zehn Räume der Dauerausstellung zu Leben und politischer Karriere Friedrich Eberts. Diachron werden einzelne Stationen präsentiert, von der Sattlerlehre in Heidelberg, über die Wanderschaft als Geselle, die ihn mit der sozialdemokratischen Bewegung in Kontakt bringt, seine Zeit als Gastwirt in Bremen, der sich selbst in sozialpolitische Themen einarbeitet und ehrenamtlich in der Arbeiterbewegung tätig ist. Ebert erlebt und gestaltet maßgeblich den Übergang von der Monarchie zur Republik. 1919 wird er zum ersten demokratischen Staatsoberhaupt gewählt. Die Ausstellung präsentiert sich in anschaulichen Installationen mit einer Vielzahl originaler und originalgetreuer Gegenstände, die unseren Schülerinnen und Schülern den Zugang zum Thema erleichterten. Die professionelle Führung bot immer wieder Gelegenheit zur Reflexion und zum Herstellen von Bezügen zur eigenen Lebenswelt.  

Nach dem Besuch der Gedenkstätte hatten die Schülerinnen und Schüler noch Zeit zur freien Verfügung in der Heidelberger Altstadt. Als Kontrastprogramm zum historischen Lernen traten nun die Verlockungen der Gegenwart in den Vordergrund: Kulinarische Genüsse aus aller Welt zum Mitnehmen und Eis in allen nur erdenklichen Farben und Geschmacksrichtungen.      

Text: Hebestreit