Lernen aus der Kiste: Schefflenztalschule in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz  

Wie jedes Jahr besuchten auch 2017 wieder die neunten Klassen der Schefflenztalschule die KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Corina Kiefer begleitete die Klasse 9 a am 27.11, eine Woche später Oliver Scheicher die Klasse 9 b. An beiden Terminen nahm Markus Hebestreit in einer Doppelrolle teil, sowohl als Lehrer, als auch als Vertreter der Gedenkstätte, der den Besuch vor Ort leitete. Gemeinsamer Treffpunkt war am Bahnhof Neckarelz, jenem Ort, an dem auch die KZ-Häftlinge vor 73 Jahren ihren Fußmarsch zu der als Konzentrationslager genutzten Schule im Ortskern begannen. Eine kurze Zeitreise auf dem Außengelände vermittelte einen ersten Eindruck von der NS-Vergangenheit des Ortes: Wo heute Spielgeräte für die Grundschüler stehen, war damals der Appellplatz, ein Ort der Erniedrigung und des Leidens im Lager. Im Seminarraum der Gedenkstätte lagen verschiedene Gegenstände aus, die in Zusammenhang mit dem ehemaligen Konzentrationslager stehen. In Kleingruppen erhielten die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, den jeweils zu ihrem Gegenstand passenden Ort innerhalb der musealen Ausstellung der Gedenkstätte zu finden, z.B. einen Stein, der stellvertretend für die Arbeitsbedingungen der sog. Bauhäftlinge im Gipsstollen steht. An den entsprechenden Stellen der Ausstellung waren Kisten deponiert, in denen sich Arbeitsaufträge und Materialien für deren Bearbeitung befanden (Bild). Ziel war es, über jeden Gegenstand einen bedeutsamen Aspekt zum Themenkomplex KZ Neckarelz zu erschließen und beim anschließenden gemeinsamen Rundgang der ganzen Klasse zu präsentieren. Diese Selbstführung ermöglichte es allen Beteiligten, einen Überblick über den Ereigniszusammenhang zu gewinnen. Der Nachmittag war der Arbeit mit Biographien von Tätern, Opfern und Zuschauern gewidmet. Die Schülerinnen und Schüler betrachteten das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven und stellten Bezüge zu ihrer eigenen Lebenswelt her. Dabei half das vorgefertigte Arbeitsblatt mit der Frage: Wo sehe ich Zusammenhänge des Themas mit mir, mit unserer Zeit und mit unserer Lebenswelt? Die Antworten bildeten eine gute Grundlage für die anschließende Reflexion und Vertiefung der gewonnen Eindrücke im Unterricht.