Hier kommen Topf und Deckel zusammen 

Lehrstellenbörse der Schefflenztalschule war bestens besucht – Übergang ins Berufsleben soll erleichtert werden. 

Regen Gebrauch machten die Schülerinnen und Schüler von den Informationsangeboten zu verschiedenen Berufsfeldern bei der Lehrstellenbörse in der Schefflenzhalle. Foto: N. Slaby (RNZ 26./26.11.17)

Von Nadine Slaby (RNZ)

 

Schefflenz. „Warum eine Lehrstellenbörse?“, fragte Andreas Friedrich, Konrektor der Schefflenztalschule, am Mittwochabend bei der Eröffnung der dritten Veranstaltung dieser Art in der Schefflenzhalle. Und lieferte die Antwort gleich mit: „Weil wir unseren Schülern den Übergang ins Berufsleben er- leichtern und sie aktiv unterstützen wollen.“ Ein Angebot, das von vielen der Jugendlichen gerne angenommen wurde. An den Ständen von 17 ausbildenden Betrieben konnten sie sich über verschiedenen Berufe informieren. „Wir haben darauf geachtet, dass sowohl aus dem sozialen als auch aus dem handwerklichen Bereich Unternehmen dabei sind" erläuterte Torben Köpfle als Ansprechpartner für die Berufswegeplanung.

 

„Wir sind stolz auf die 
besondere Berufsorientierung der Schule“, meinte der Schefflenzer Bürgermeister Rainer Houck. Gern habe er sich, wie auch seine Bürgermeisterkollegen Thomas Ludwig aus Seckach und Martin Diblik aus Billigheim, deswegen eingebracht, die örtlichen Firmen persönlich angeschrieben und um die Teilnahme gebeten. „Der Fachkräftemangel in den praktischen Berufen wird immer größer“, meinte auch Thomas Ludwig. Aus diesem Grund müsste man das langsam beginnende Umdenken und die „Renaissance der praktischen Berufe“ unterstützen. „Das Profil unserer Werkrealschule passt da perfekt dazu“, war sich Martin Diblik sicher. Auf einer solchen Lehrstellenbörse kämen „Topf und Deckel“ zusammen.

 

Für die Betriebe ist die Lehrstellenbörse eine gute Möglichkeit, sich sowie ihre Ausbildungsberufe zu präsentieren, aber auch Interessenten kennenzulernen

und möglicherweise freie Ausbildungsplätze zu vergeben. „Viele fragen ganz gezielt nach den Berufen, die wir ausbilden“, berichtet Elisabeth Volk vom Würth Logistik Center in Adelsheim. Anders bei Friesland Campina Schefflenz. „Unsere Berufe, wie beispielsweise der Milchtechnologe, sind relativ unbekannt“, weiß Ausbilderin Angelika Leibersberger. Wer sich jedoch für Naturwissenschaften begeistern kann und etwas technisches Verständnis mitbringt, für den könnte die „Betreuung der Milch vom Werkstor bis zum fertigen Produkt im Becher“ das Richtige sein.

 

Viele Betriebe nutzten die Chance, um nicht nur Auszubildende für das kommende Lehrjahr zu suchen, sondern auch schon für die folgenden Jah- re. So auch das Autohaus Wetterauer. „Wir haben unterm Jahr auch immer wieder Praktikanten, die in den Beruf reinschnuppern“, erklärt Kfz-Technik-Meister Markus Henning. Dass auch Praktikumsplätze sehr gefragt waren, war bei nahezu allen Firmen zu erfahren. 

 

Einige Schüler hatten auch ihre Eltern mitgebracht, die sie bei der Berufswahl berieten. Wie Sabrina Linder. Die 14-Jährige konnte sich bisher noch nicht für einen Beruf entscheiden und verschaffte sich mit ihrer Mutter erst einmal einen Überblick über ihre Möglichkeiten.

Anders Dadiyallah Khorami: „Ich will am liebsten einen sozialen Beruf“, erklärte er. Aus diesem Grund ließ er sich am Stand der Johannes Diakonie beraten. „Bei den Jüngeren sind die Berufe in der Pflege nicht sehr beliebt“, wusste die Leiterin der Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe, Renate Lackner. Und auch Gerhard Hacker von der Johannes Diakonie hätte sich „etwas mehr Zuspruch“ gewünscht.

 

Über Zuspruch hingegen konnten sich Hauptkommissar Klaus Schweitzer und Polizeihauptmeisterin Sandra Pawliczek nicht beklagen. Der Stand der Polizei war häufig von Mädchen und Jungen umlagert. „Im Moment braucht man die Mittlere Reife und einen Schnitt von 3,2“, er- klärte Klaus Schweitzer einer Gruppe Jugendlicher. Auch der Einstellungstest, der hauptsächlich Deutschkenntnisse und Mathematik abfrage, sei zu schaffen. „Die Einstellungschancen bei der Landespolizei sind so gut wie nie zuvor.“

Wer sich für die Ausbildung bei der Polizei interessiert, dem riet der Hauptkommissar zum einwöchigen Praktikum, das sieben Mal im Jahr angeboten wird.

 

„Wo willst du dich bewerben?“, „Was willst du machen?“ – überall standen Schüler in Grüppchen zusammen und diskutierten über Pläne und Erkenntnisse. Und Konrektor Andreas Friedrich war sich am Ende sicher: „Wer sich wirklich für eine Ausbildung interessiert, der geht hier auch mit einer Stelle in der Tasche raus.“