Schefflenztalschule besucht KZ-Gedenkstätte Neckarelz

Die neunten Klassen der Schefflenztalschule besuchten am 5. Und 12. Dezember die KZ-Gedenkstätte Neckarelz. Zusammen mit ihren Klassenlehrern Rüdiger Bollack (9 a) und Andreas Jaksch (9 b) trafen sie am Bahnhof Neckarlez auf Schulleiter Markus Hebestreit, der als Vorstandsmitglied des Gedenkstättenvereins die Veranstaltung leitete. Vom Bahnhof aus folgten die Schülerinnen und Schüler dem einstigen Weg der KZ-Häftlinge auf das Gelände der heutigen Clemens-Brentano-Grundschule. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs war dort eine Volksschule, die zur Aufnahme der Häftlinge in ein Konzentrationslager umgewandelt wurde. Allein schon der Blick von außen auf die vier Klassenzimmer deutet auch heute noch an, welch drangvolle Enge im Lager geherrscht haben musste, als in jedem Klassenzimmer rund 125 Menschen übernachten mussten.

Anstelle einer klassischen Museumsführung näherten sich die Schüler dem Themenkomplex mit den sog. Lernkisten der Gedenkstätte. Ausgangspunkt war jeweils ein Gegenstand, der stellvertretend für einen Bereich des Lagers stand, so z.B. ein Schlagstock für die so „Capos“, Häftlinge, denen von der SS-Lagerleitung Vergünstigungen gewährt wurden. Im Gegenzug mussten sie die Aufsicht über ihre Mitgefangenen führen und schreckten dabei auch vor äußerster Brutalität nicht zurück. Ausgehend von den Gegenständen beschrieben jeweils drei Schüler ihren Mitschülern einen Teil der Ausstellung. Im zweiten Teil des Vormittags standen Biografien von Tätern, Opfern und Zuschauern im Mittelpunkt. Bei den Häftlingen war es zentrales Anliegen, ihnen ausgehend von der Nummer, mit der sie im Lager angesprochen wurden, wieder ein Stück ihrer Würde zurückzugeben und den Menschen hinter der Nummer zu betrachten. 

In einer abschließenden Reflexion stellten die Schüler Bezüge zu ihrer eigenen Lebenswelt her.  Gruppenbezogene Ausgrenzung ist z.B. auch in der Gegenwart immer wieder ein Thema und verdient vor dem Hintergrund der Geschehnisse in der Vergangenheit erhöhte Aufmerksamkeit und bietet Gelegenheit für die kritische Reflexion des eigenen Verhaltens.